Fotoausstellung "Im Antlitz der Zeit - Gesichter als Spiegel der Biografie"

Fotoausstellung "Im Antlitz der Zeit - Gesichter als Spiegel der Biografie"

Wir Menschen sind rhythmische Wesen. Wir bewegen uns im Zeitlichen. Dies zeigt sich als Entwicklung und Alterung und bildet die Grundlage unserer Biografie. Diese stille Verwandlung geschieht ohne unser Zutun und unsere Einwilligung, in ihr werden wir vom Leben gestaltet und gezeichnet. Je nachdem, an welcher Stelle wir uns als Zeitwesen befinden, agieren und reagieren wir unterschiedlich auf Kontexte, Umwelten, Ereignisse. Unsere Handlungsmöglichkeiten und Grenzen sind verbunden mit der Altersphase, in der wir stehen.

Das Projekt „Im Antlitz der Zeit“ veranschaulicht die Entwicklungsphasen des menschlichen Lebens durch Porträtaufnahmen und Zitate. Es werden je 14 Porträtfotos von weiblichen und männlichen Personen gezeigt. Der Altersabstand orientiert sich am 7-Jahres-Rhythmus, der die sich wandelnden Lebensthemen kennzeichnet. Ein Entwicklungsbogen entsteht, der Menschen im Alter von 0 (5 Monate) bis 91 Jahren zeigt.

Die Personen sind ungeschminkt und mit geschlossenen Augen zu sehen. Die Fotos sind vor neutralem Hintergrund aufgenommen. Sie ermöglichen die ruhige Betrachtung des menschlichen Antlitzes und die Begegnung und Auseinandersetzung mit Entwicklungs-, Reife- und Abschiedsprozessen im Lebensverlauf.

Die Porträtreihe ist in Dreiergruppen untergliedert: 0-14 Jahre, 21-35 Jahre, 42-56 Jahre, 63-77 Jahre, 84-91 Jahre. Dadurch wird die Wahrnehmung der Betrachtenden geführt und der Lebensprozess differenziert sichtbar. Jede Dreier-Phase ist gekennzeichnet durch ein Hineingehen, ein Darinstehen und ein Heraustreten aus den entsprechenden Themen. In kurzen Texten zu jedem Foto wird das Thema der jeweiligen Lebensphase deutlich.

Es gibt zusätzlich ein leeres Bild für den Zeitraum vor der Zeugung und für den nach dem Tod. Diese Leerstellen verkörpern zugleich die Zeitlichkeit unserer Existenz auf dieser Erde und die spirituellen Fragen des Davor und Danach.

Konzeption: Herta Schindler, Jahrgang 1957

Fotos: Joscha Bongard, Jahrgang 1994

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Die Ausstellung wurde im März 2016 anlässlich der Tagung der Systemischen Gesellschaft in Dresden und von April bis Mai 2016 im Verwaltungsgerichtshof in Kassel gezeigt.