Professionelle Spiele

Professionelle Spiele
Über Mannschaftsspiele und Einzelspiele in Helfersystemen

Herta Schindler

Dieser Beitrag handelt von einer Kerndynamik in aufnehmenden Systemen (hier BWO für psychisch kranke Menschen). Sie ist losgelöst von dem konkretem Fall und Krankheitsbild des aufgenommenen
Menschen. Er beschäftigt sich mit Dynamiken innerhalb der Helfersysteme und stellt sich die Frage, welche „Spiele“ miteinander nach welchen Regeln gespielt werden.

Dynamiken in aufnehmenden Systemen
Aufnehmenden Familien ist gemeinsam, - und das ist eine Voraussetzung ihres Bestehens -, dass es Menschen gibt, die ihren Lebensmittelpunkt in einem externen System finden. Menschen also, die in einer Familie leben, die sie nicht selbst begründet haben und zu der sie auch nicht qua Geburt zugehörig sind. Die aufgenommenen Personen haben jedoch keine eigenständigen Absprachen mit den Familien, sondern es gibt eine soziale Organisation, die als Dritte im Bunde mit in der Vertragsverantwortung steht. Es handelt sich somit um einen Dreieckskontrakt. Wenn dies nicht so ist, ist die Aufnahme eine private Übereinkunft und kein Thema des öffentlichen Interesses.

In diesem Gesamtsystem – aufzunehmende Person, aufnehmende Familie, soziale Organisation - steht der aufzunehmende Mensch im Mittelpunkt. Er ist diejenige, der die anderen durch ihre Bedürftigkeit „zusammenführt“. Im Allgemeinen liegt das Hauptinteresse aller Beteiligten im Austausch miteinander bei dieser Person.

In meiner Betrachtung soll es nun im Unterschied dazu um die Dynamiken gehen, die in den aufnehmenden Systemen und bei den Fachkräften der sozialen Träger und zwischen ihnen entstehen können. Denn Dreieckskontrakte haben ja bekannter weise eine Dynamik, die zu Spannungen „einladen“ können.

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